Mobilitätswende mit Anreizen statt Verboten

Achern. „Die Mobilitätswende mit einer stärkeren Ausrichtung auf Ökologie und Schutz der menschlichen Gesundheit muss über attraktive Angebote und nicht über Verbote und Freiheitsbeschränkungen gelingen“, so Oberbürgermeister Klaus Muttach bei einem Gespräch mit FDP-Stadtrat Andreas Zimbrich, FDP-Landtagsabgeordnetem Christian Jung und FDP-Bundestagskandidat Martin Gassner-Herz.

Am Beispiel des gerade mit dem Bau begonnenen Parkplatzes beim Badischen Hof erklärte Acherns Oberbürgermeister, dass die Stadt gut anfahrbare Parkplätze auch in der Innenstadt herstellt und bedarfsgerecht diese auch mit E-Lademöglichkeiten ausstattet. Um vermeidbaren Parksuchverkehr mit unnötigen Emissionen zu vermeiden, wird ein dynamisches Parkleitsystem eingerichtet, das dem Autofahrer eine etwaige Vollbelegung oder die Zahl von freien Parkplätzen anzeigt. Parallel wird auf dem gleichen Areal eine vielfache Zahl von überdachten Fahrradabstellplätzen gebaut, die von den Fahrradfahrern sicher anfahrbar sind und auch die Fußgänger werden durch eine separate Wegführung vor Fahrzeugverkehr geschützt.

FDP-Landtagsabgeordneter Christian Jung, Oberbürgermeister Klaus Muttach, FDP-Bundestagskandidat Martin Gassner-Herz und FDP-Stadtrat Andreas Zimbrich (von rechts) machten sich an der Hauptstraße einen persönlichen Eindruck von der Verkehrsbelastung und setzen auf deutliche Verbesserung durch den Bau der Nordtangente.

Um mehr Aufenthaltsqualität in der Stadt zu schaffen, soll die Innenstadt von Durchgangsverkehr spürbar entlastet werden. Für den Bau der Nordtangente wird ein Verkehrsaufkommen von bis zu 15.000 Fahrzeugen täglich erwartet, das ansonsten zum überwiegenden Teil durch die Innenstadt Achern fließen würde. Beispielsweise für die Hauptstraße entsteht dadurch eine Entlastung von 5.000 Fahrzeugen täglich. Martin Gassner-Herz und FDP-Verkehrsexperte im Landtag Christian Jung kündigten eine entsprechende Landtagsanfrage an, um die Unterstützung des Landes für den Bau dieser Entlastungstangente mit begleitendem Fuß- und Radweg durch Landesförderung sicherzustellen.

Dem verkehrspolitischen Sprecher seiner Partei im Landtag gab FDP-Stadtrat Andreas Zimbrich ein Anliegen mit: „Uns Kommunalpolitikern ist daran gelegen, zügig pragmatische Lösungen für den Verkehr in der Stadt bei Parktaschen, Einbahnstraßen oder 30er-Zonen zu finden. Der Weg ist da oft zu bürokratisch. Wir wollen hier gerne mehr Verantwortung übernehmen dürfen“. „Die Stadt Achern zeigt, dass hier verstanden wurde, dass im CO²-freien Verkehr der Zukunft in unserer Region neben Fahrrad, ÖPNV und Fußverkehr auch das Auto immer eine Rolle spielen wird. Während andernorts ideologisch die Lebensrealität des ländlichen Raumes ignoriert wird, bereitet man hier mit klugen Steuerungskonzepten den Verkehr von morgen vor“, lobte Martin Gassner-Herz die vorgestellten Konzepte.