Sozialpolitischer Sprecher in Achern – FDP will Aufstiegsversprechen erneuern

Ins Malerhaus in Achern hatte die FDP Achern geladen, um zu diskutieren „wie liberale Sozialpolitik Chancen schafft, damit stolze Menschen wachsen“, so die Überschrift des Abends. Zu Gast war der stellvertretende Landesvorsitzende und sozialpolitische Sprecher der freidemokratischen Bundestagsfraktion Pascal Kober MdB.

„Dass wir unsere Sozialsysteme fit für die Zukunft machen, wird die große Aufgabe dieses Jahrzehnts werden“ prophezeite Bundestagskandidat Martin Gassner-Herz und führte in den Abend ein. „Mit den Krisenfolgen und der wirtschaftlich schlechten Lage wird dies nur noch dringlicher. Der Sozialstaat muss einfacher, treffsicherer, stabiler finanzierbar und gerechter werden. Ganz besonders muss er aber Chancen schaffen. Es ist nicht damit getan Menschen in schweren Situationen zu alimentieren, wir müssen helfen, dass sie sich daraus emanzipieren“ umriss der im Sozialbereich tätige Verwaltungsangestellte die Ziele der FDP. Aus seinem Impulsvortrag ging dann auch hervor, wie beispielsweise Großfamilien oder Alleinerziehende trotz Fleiß und Arbeit häufig in der Abhängigkeit von Sozialleistungen gefangen bleiben.

Der Theologe und Bundestagsabgeordnete Pascal Kober MdB nahm dies auf und erläuterte die Rezepte der FDP dagegen. „Wir müssen das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft wieder erneuern. Ganz besondere Lücken hat die Aufstiegsleiter in der ‚Zwischenwelt‘ der Geringverdiener – da müssen wir, gerade als Liberale, dringend ran“ zeigte sich der Reutlinger entschlossen. „Unser liberales Bürgergeld schafft das, indem es unübersichtliche Sozialleistungen zusammenfasst, Bürokratiekosten senkt, Scham zum Amt zu gehen ausschließt und diejenigen, die sich tagtäglich nach oben zu kämpfen versuchen würdigt.“

In der anschließenden Diskussion mit interessierten Bürgern und Landtagskandidat Yannick Kalupke wurden weitere Themen, wie Krankenhausversorgung, Rente und private Altersvorsorge angesprochen. Kalupke bemerkte, dass die derzeitige Pandemiesituation bereits vorhandene soziale Probleme verfestige „Wir dürfen vor allem die Kinder, die auch bisher schon schlechtere Chancen als andere hatten, nicht vergessen. In schwierigen Familien haben sich durch räumliche Enge, ‚Homeschooling‘, soweit dies hier überhaupt möglich war, und wirtschaftliche Sorgen die Probleme weiter verschärft.“ 

Als nächste Veranstaltung wurde ein Diskussionsabend mit Benjamin Strasser MdB und Soziologe Dr. Andreas Anton für den 22.09.20 um 18:30 in Renchen-Ulm zum Thema „verführte Bürger“ angekündigt.